VSO Sissachertagung
| Beginn: | 29. Aug. 2026 |
| Kurs-Nr.: | 04/2026 |
| Freie Plätze: | 158 von 160 |
| Preis: | 130,00 CHF pro Platz |
| Ort: | Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach |
Beschreibung
SISSACHERTAGUNG 2026
Kinder und Jugendliche in der Sozialhilfe - Armut verstehen, Entwicklungschancen sichern, Praxis stärken
Kinder und Jugendliche sind in der Sozialhilfe besonders häufig vertreten und tragen die Folgen familiärer Armut in ihrem Alltag – etwa bei Wohnen, Bildung und sozialer Teilhabe. Die neue Studie des Büro BASS im Auftrag der Charta Sozialhilfe Schweiz zeigt, dass die aktuell ausgerichteten Leistungen die materielle Situation von Kindern und Jugendlichen nur teilweise absichern und kinderspezifische Bedürfnisse nicht immer ausreichend berücksichtigt werden. Darauf aufbauend stellt sich die Frage, wie sich Armut auf die Entwicklungs- und Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen auswirkt und welche präventiven sowie systemischen Ansätze hier wirksam unterstützen können.
An der Tagung werden zuerst die zentralen Ergebnisse der Studie vorgestellt. Anschliessend zeigt ein fachlicher Input, wie Armut aus system- und präventionstheoretischer Perspektive Entwicklungsverläufe beeinflusst. Abschliessend berichten die Familien- und Jugendberatung Birseck (FJB) und die Schulsozialarbeit Münchenstein aus der Praxis im Kanton Basel-Landschaft: welche Herausforderungen begegnen ihnen im Alltag, welche Unterstützungsstrategien haben sich bewährt und wo besteht politischer und fachlicher Handlungsbedarf?
Der Abschluss bildet ein Podiumsgespräch mit den Referierenden sowie einem Mitglied einer Sozialhilfebehörde des Kantons Basel-Landschaft. Gemeinsam diskutieren sie, welche Konsequenzen au den Studienergebnissen gezogen werden sollten, wie Unterstützungsmöglichkeiten und Teilhabechancen besser gesichert werden können und welche nächsten Schritte in Politik, Verwaltung und Praxis benötigt werden.
Datum und Ort
Samstag, 29. August 2026, 08.15 - 12.00 Uhr
Landwirtschaftliches Zentrum, Schloss Ebenrain in Sissach
Eingangsreferat
Kinder und Jugendliche in der Sozialhilfe: Grundlagen, Lücken, rechtliche Entwicklung
Im Eingangsreferat wird Prof. Peter Mösch Payot, Professor für Sozialrecht Hochschule Luzern, Bern, u.a. Mitglied der Sozialhilfebehörde der Stadt Bern und Berater von Kantonen, Gemeinden und Institutionen in Sozialrechts- und Sozialhilferechtsfragen,
die Studie des Büro BASS vorstellen und darüber hinaus zu folgenden Fragen Auskunft geben:
- Was ist die Definition von Armut?
- Wie wurden die Kinder und Jugendliche in der Studie definiert (Alter, Familiensituation, Aufenthaltsstatus)?
- Welche drei zentralen Ergebnisse der Studie sollten Sozialhilfebehörden und Politik sofort zum Handeln veranlassen und warum?
- Wo sehen Sie die grössten Lücken der heutigen Sozialhilfeleistungen im Hinblick auf kinder- und jugendspezifische Bedürfnisse (z. B. Bildung, Freizeit, Gesundheit)?
- Wie könnte man die Erkenntnisse der Studie in kantonalen und kommunalen Richtlinien konkret verankern?
- Welche Empfehlungen der Studie halten Sie für kurzfristig umsetzbar und wie?
- Welche Empfehlungen der Studie erfordern strukturelle Reformen?
Referate
Prävention von Armutsfolgen bei Kindern und Jugendlichen - ein systemischer Ansatz zur Stärkung der Entwicklungsmöglichkeiten
Prof. Dr. Martin Hafen, Sozialarbeiter (HFS) und Soziologe (Dr. phil.), ehemaliger Dozent an der Hochschule Luzern – soziale Arbeit,
beschäftigt sich unter anderem mit folgenden Fragestellungen:
- Wie erklärt die systemtheoretische Perspektive, dass Armut Entwicklungsverläufe von Kinder und Jugendlichen langfristig prägt?
- Welchen Einfluss hat der Bildungsstand der Eltern?
- Wie hoch sind die Bildungschancen von Kindern armer Eltern, und wenn sie nicht hoch sind, warum?
- Welche präventiven Ansätze sehen Sie als besonders wirksam an, um Armutsspiralen zu durchbrechen?
- Wo liegen die wichtigsten Schnittstellen zwischen Sozialhilfe, Schule, Gesundheitswesen und Kinder-/Jugendhilfe aus präventionstheoretischer Sicht?
- Können Sie ein oder mehrere Beispiel/e nennen, wo systemische Prävention im Kindes-/Jugendalter spätere Sozialhilfebezüge reduziert hat/haben oder reduzieren könnte/könnten?
Aus der Praxis: die Jugend- und Familienberatung Birseck (FJB) und die Schulsozialarbeit Münchenstein berichten
Ralph Messmer, Kinder- und Jugendtherapeut, Sozialpädagoge, FJB Birseck und Marinka Hennecke, Schulsozialarbeiterin Gemeinde Münchenstein
berichten über folgende Fragen:
- Welche typischen Belastungslagen erleben Sie bei Familien in der Sozialhilfe - insbesondere mit Blick auf die Kinder?
- Welche Unterstützungsstrategien haben sich in der Praxis der FJB als besonders alltagstauglich und nachhaltig erwiesen?
- Wo stossen Sie in der Zusammenarbeit mit Sozialdiensten oder Schulen an strukturelle Grenzen?
- Was würden Sie sich von Politik und Verwaltung wünschen, um die präventive Arbeit mit armutsbetroffenen Familien zu stärken?
- Welchen Formen von Armutsfolgen werden im Schulalltag am häufigsten begegnet (z. B. Ausschluss, Leistungsdruck, Scham)?
- Wie wird Armut mit Kindern und Eltern in der Schulsozialarbeit angesprochen, ohne die Betroffenen zu stigmatisieren?
- Welche Angebote oder Projekte der Schulsozialarbeit haben sich als besonders wirksam erwiesen, um Teilhabechancen zu verbessern?
- Wo sehen Sie akuten Handlungsbedarf im Zusammenspiel von Schule, Sozialhilfe und Eltern - gerade im Hinblick für Jugendliche im Übergang in die Berufswelt?
Podium
Es diskutieren die Referierenden sowie ein Mitglied einer Sozialhilfebehörden untereinander und mit dem Publikum.
- Peter Mösch
- Martin Hafen
- Ralph Messmer
- Marinka Hennecke
- Urs Künti, Präsident der Sozialhilfebehörde Reinach
Moderation
Kosten
CHF 130.- pro Person von Mitgliedorgansationen oder Einzelmitglieder des VSO inkl. Kaffee, Pausengetränke und Apéro im Schloss Ebenrain. Für Nichtmitglieder gilt ein Zuschlag von CHF 25.- pro Person.
Anmeldefrist
Samstag, 22. August 2026
Es empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung.
